Brazzaville ist im Zentrum eine aufgeräumte Stadt mit sauberen Boulevards und vielen Mülleimern. An den Rändern, wo sich die Siedlungen der ärmeren Menschen befinden, sieht die Lage anders aus. Die Straßen sind unbefestigt, die Hütten sind häufig improvisiert und der Müll ist überall. Die Bewohner haben zwar ein informelles System zur Verfügung, das den Hausmüll sammelt und verwertet, bzw. entsorgt, eine Lösung für die vermüllten öffentlichen Flächen gibt es jedoch noch nicht. Um hier neue Verfahren ausprobieren zu können, hat der Förderverein Partnerschaft Dresden-Brazzaville e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtreinigung Dresden im Jahr 2023 einen gebrauchten Absetzkipper gekauft. Dieser wurde durch die Stadtreinigung wieder instand gesetzt. Dazu kamen drei Techniker aus Brazzaville nach Dresden, um sich die Besonderheiten des Fahrzeuges und der mitgelieferten Müllcontainer erklären zu lassen. Durch das Mitarbeiten an der Instandsetzung eigneten sie sich das nötige Wissen an, um das Fahrzeug später im Kongo warten und reparieren zu können.
Der Absetzkipper ist von seinen Dimensionen und seiner Robustheit so gewählt worden, dass er in den schmalen unbefestigten Gassen und Sträßchen der Siedlungen in Brazzaville operieren kann. Er lädt dort leere Müllcontainer ab und holt sie dann wieder, um sie zur Deponie zu bringen. Die Idee war, das neue Fahrzeug im besten Falle in der Umgebung von Schulen und anderen Orten einzusetzen, die durch andere Projekte der Städtepartnerschaft Brazzaville-Dresden gefördert werden.
Dann begann der für den Förderverein neue Abschnitt, ein Versand eines kleinen LKWs mit zwei Absetzcontainern nach Port Noire, der Hafenstadt der Republik Kongo. Dies ging nur mit finanzieller und vor allem organisatorischer Hilfe von engament global, einer Einrichtung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit dieser Ressource wurde das Unglaubliche wahr. Der Absetzkipper aus Franken erreichte über die Stationen Dresden, Hamburg, Point Noire sein Bestimmungsziel Brazzaville. Dort ist er nach wie vor im Einsatz und die Kollegen können nur Gutes über ihn erzählen.
Beim nächsten Besuch einer Delegation aus Dresden oder des Fördervereins wird vor Ort geschaut, mit welchen Ergebnissen das Fahrzeug unterwegs war und was daraus für weitere Förderung von Projekten im Bereich Entsorgung und Verwertung gelernt werden kann.



